Warum Bensersiel als Krimischauplatz funktioniert
Bensersiel ist überschaubar. Vom Ortskern führt der Weg zum Deich, dahinter liegen Hafen, Strand und die offene Nordsee. Gerade diese Übersichtlichkeit macht den Ort für einen Krimi interessant: Man begegnet sich wieder. Wege kreuzen sich. Beobachtungen, die zunächst nach Ferienalltag aussehen, bekommen später ein anderes Gewicht.
In „Mord in Kur“ kommt Mara Petersen nicht als Ermittlerin nach Bensersiel. Sie ist Mutter von zwei Kindern und Teilnehmerin einer dreiwöchigen Mutter-Kind-Kur. Ihr Alltag besteht zunächst aus Terminen, Mahlzeiten, Kinderbetreuung und dem Versuch, zur Ruhe zu kommen. Der Ort bietet Abstand vom Zuhause, aber keine Anonymität.
Hafen, Deich und wechselndes Wasser
Der Hafen ist Ankunfts- und Abfahrtsort, Arbeitsraum und Aussichtspunkt zugleich. Ebbe und Flut verändern das Bild, der Wind tut den Rest. Im Buch wird genau dort ein Toter gefunden. Damit wird aus einem vertrauten Küstenmotiv ein Ort, den die Figuren plötzlich anders betrachten.
Auch der Deich erfüllt mehr als eine dekorative Funktion. Er trennt, schützt und eröffnet den Blick. Wer oben steht, sieht weit, aber nicht unbedingt alles. Diese Mischung aus Offenheit und verborgenen Zusammenhängen passt zu Maras Art, ihre Umgebung wahrzunehmen.
Ein realer Ort, keine reale Tat
Bensersiel dient als reale Kulisse. Die Klinik „Küstenanker“, die Figuren und die gesamte Krimihandlung sind erfunden. Reale Kliniken, Geschäfte oder Einwohner sind weder Vorbilder noch Beteiligte der Geschichte. Eine Straftat wie die im Roman geschilderte hat in Bensersiel nicht stattgefunden.